Dienstag, 1. Oktober 2013

When Dreams come true. - Confessions of a dreamer Part 4.

Neulich verbrachte ich einen gemütlichen Nachmittag mit dem Durchstöbern von DVD-Sonderangeboten als mich eine unverkennbare Stimme mit meinen Gedanken aus der Zusammenfassung von 'Arielle die Meerjungfrau - limited Edition' riss - da war sie, meine alte Freundin Lara.
Lara und ich waren im Kindergarten gute Freunde gewesen und hatten uns ein paar Jahre nicht mehr persönlich gesehen und obwohl ihre Stimme noch immer die gleiche war und wir versuchten an die Vertrautheit von damals anzuknüpfen, waren wir heute zwei völlig unterschiedliche Menschen geworden.
Diese Begegnung liess mich zurückblicken...


Als wir klein waren, verbrachten wir den größten Teil unserer Zeit damit unerreichbares wahr werden zu lassen - wir konnten allein durch unsere Fantasie in die absurdesten Welten eintauchen und aus einem Kinderbett eine Wolfsherberge werden lassen, uns im Alter von vier Jahren zu ernstzunehmenden Erwachsenen entwickeln - Mutter, Vater, Kind spielen (was soll mir das sagen, wenn ich bei diesem Spiel immer nur den Familienhund sein wolle? Ich sollte lieber nicht darüber nachdenken) und sogar eine ganz eigene Sprache erschaffen.
Mag sein, dass das wir für die Erwachsenen um uns herum nichts weiter als spielende Kinder waren, in unserer kleinen Welt jedoch, konnten wir genau das sein, was wir sein wollten ... wann haben wir diese Eigenschaft abgelegt? Und noch viel wichtiger, warum???
Versucht man einem Kind das Wort Traum zu erklären, würde man es wahrscheinlich als Ausflug in  eine Wunschvorstellung beschreiben oder eben (wie es im Duden erklärt wird) als sehnlichst unerfüllter Wunsch - es gibt viele Beschreibungen, doch eines haben sie alle gemeinsam - Unwirklichkeit. Uns wird von klein auf beigebracht, dass Träume Träume bleiben, unerfüllbar und zu schön um wahr zu sein, doch warum muss ein Traum immer unerfüllt bleiben? Ist es nicht möglich, dass manche Träume einfach dazu bestimmt sind wahr zu werden? Quasi weniger ein Traum, sondern viel eher ein Ziel darstellen?


Jeder von uns hat als Kind Träume (die einen realistischer, die anderen eher unrealistischer oder wie in meinem Fall - komplett durchgeknallt) sei es ein Schloss, eine eigene Familie, ein Bauernhof oder eine Karriere als Popstar und obwohl meine von Hollywood-geprägten Kindesfantasien mindestens genauso unerreichbar scheinen, wie ein Adelstitel, wusste ich bereits damals, dass ich nicht locker lassen würde bis meine ewigen Träumereien real werden würden - bis heute.
Und auch wenn mir Erwachsene oder andere Kinder immer wieder weißmachen wollten, dass das wovon ich da sprach, einfach nur das war, was Kinder in meinem Alter taten, war ich davon überzeugt, dass ich eines Tages diese Art von Leben führen wollte.
Solange ich denken kann, hatte ich immer genaue Vorstellungen davon, wie mein Leben einmal aussehen sollte und bis auf meine Charmed-geprägte früh-Pubertät, in der ich mich tatsächlich für eine Hexe hielt, war es immer die selbe Art von Leben, von der ich träumte.
Ein Leben, in dem kein Tag dem anderen glich, voller Abendteuer, ein Star sein, vor der Kamera stehen, in interessante Rollen schlüpfen - jeder würde meinen Namen kennen und ein interview von mir wollen. 
Als ich jünger war, war ich nicht der Einzige in meinem Freundeskreis, der solche Wunschvorstellungen von seinem Leben hatte, wenn ich recht darüber nachdenke gab es sogar Einige, die entweder Popstar, Supermodel oder Filmstar werden wollten, im Laufe der Zeit jedoch legten sie diese Träume ab und suchten sich neue (nennt man das etwa Erwachsenwerden?) oder befinden sich immer noch auf der Suche nach solch einem Traum.
Für mich war stets klar, dass ich nicht diese Art von Traum hatte, ich wollte, dass mein Leben wirklich mal so aussehen würde und wenn ich die vergangenen Monate Revue passieren lasse, merke ich, dass ich diesem Ziel schon ein erhebliches Stück näher gekommen bin - zugegeben, ich bin noch lange nicht am Ende meiner Reise angekommen (aber wer kann das schon von sich behaupten?), doch ich habe zum ersten Mal die Art Leben geführt, von dem ich mir vor noch gar nicht allzulanger Zeit immer anhören durfte, dass es so gut wie unmöglich sei.
Ich war auf mehr roten Teppichen, als ich zählen konnte, hatte teilweise drei Fotoshootings pro Woche und durfte ganz besondere Outfits auf dem Laufsteg vorführen.
Ich konnte meinen Namen in Zeitungen lesen, habe tatsächlich Designer zu Entwürfen inspieriert und für andere Menschen eine Vorbild-Funktion eingenommen.
Außerdem habe ich zum ersten Mal auch Geld mit dem verdient, was ich liebe. (gleich vorweg, es war nicht viel, aber immerhin etwas) 
Die Modewelt ist bisher die einzige Welt, in der ich nicht nur so sein durfte, wie ich bin, sondern auch noch für das geschätzt werde, mit dem ich anderswo aneckte...vielleicht ist genau das der Grund, weshalb ich mir nie etwas sehnlichster wünschte als ein Teil dieser Welt zu sein.


Vielleicht ist es nicht unbedingt schlecht, dass nicht jeder Kindheitstraum auch tatsächlich Realität wird (die Welt könnte nicht mal ansatzweise so viele Ballerinas und Tierärzte finanzieren), vielleicht ist es sogar die klügere Entscheidung, doch in einer Zeit, in der alles möglich und auf der anderen Seite  nichts mehr realisierbar erscheint, in der wir das Selbstbewusstsein an unseren Träumen festzuhalten spätestens mit Eintritt in die Mittelstufe ablegen, sollten wir uns alle mal daran erinnern, wie es war, als wir noch den Mut hatten das zu werden, was wir sein wollten und sei es auch bloß für ein Spiel.
Es müssen nicht die Träume aus unseren Kindergartentagen sein oder gar aus unserer Teenie-Zeit, aber wir alle sollten es uns selbst schuldig sein, einen Traum zu finden, der eines Tages zu einem Ziel werden kann, aufhören bloß über die verwirklichten Träume anderer zu lesen und stattdessen unsere eigene Geschichte schreiben, ich für meinen Teil, tue es jedenfalls.

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